
Hugo wurde gegen Ende des 11. Jahrhunderts (wohl 1093) in Fosses-la-Ville
geboren. Zunächst Kleriker des Stiftskapitels seiner Heimatstadt, wurde
er Hofkaplan von Bischof Burkard von Cambrai. In Valenciennes traf er den hl.
Norbert am 26. März 1119 und bat ihn, sich ihm anschließen zu dürfen,
um das apostolische Leben zu führen. Als aber Norbert auf dem Konzil von
Reims Bischof Bartholomäus anvertraut wurde, kehrte Hugo zu Bischof Burkard
zurück. Erst zwei Jahre später, bei der Gründung von Prémontré
im Jahr 1121, finden wir ihn wieder an der Seite Norberts, der ihn zum ersten
Prior der neuen Gemeinschaft ernannte. Nach der Ernennung des Ordensgründers
zum Erzbischof von Magdeburg 1126 wählten die Mitbrüder Hugo auf Vorschlag
Norberts zum ersten Abt von Prémontré. Er baute die Abteikirche
und die Konventgebäude. Um die Einheit unter den zahlreichen Gründungen
Norberts zu erhalten, rief er die Oberen aller Häuser zu einem Treffen
zusammen, aus dem sich später das Generalkapitel entwickelte. Zudem stellte
er zusammen mit ihnen die ersten Statuten und das erste Zeremonienbuch mit liturgischen
Vorschriften des Prämonstratenser-Ordens zusammen und ließ das Leben
des hl. Norbert aufschreiben. Dank Hugos wurde eine Ordnung geschaffen, die
es dem Prämonstratenser-Orden ermöglichte, durch die Jahrhunderte
fortzubestehen. Er gilt als der Organisator und erste Generalabt der Prämonstratenser,
er hatte wesentlichen Anteil an der inneren Festigung und dem raschen Aufblühen
des Ordens, der unter seiner Leitung auf 120 Klöster anwuchs.
Hugo war als Oberer sanft und demütig von Herzen, aber auch sehr beharrlich.
38 Jahre lang war er der Vater seiner Gemeinschaft und der Garant der Einheit
des Ordens. Hugo verstarb am 10. Februar 1164 und wurde in der Abteikirche vor
dem Altar des hl. Andreas beigesetzt. Unter Generalabt Aegidius van Biervliet
übertrug man seine Gebeine 1279 vor den Hauptaltar der Abteikirche. Generalabt
Lescellier schmückte Hugos Grab 1660 noch mehr.
Nach der Aufhebung von Prémontré infolge der Französischen
Revolution brachte man 1790 seine Reliquien zunächst nach Bassoles, während
des Ersten Weltkrieges 1914-1918 in die Kathedrale von Laon, von hier aus in
die Sakristei der Kirche von Brancourt, bevor sie auf Vermittlung des Bischofs
von Soissons von Prior Franken 1922 feierlich nach Bois-Seigneur-Isaac übertragen
wurden. Papst Pius XI. bestätigte die Verehrung des sel. Hugo am 13. Juli
1927.