
Geboren 1097 als Sohn des Grafen Gottfried von Cappenberg und der Gräfin
Beatrix von Schweinfurt, heiratete er Jutta, die Tochter des Grafen von Arnsberg.
In einem Streit zwischen dem Bischof von Münster und dem Kaiser stand er
auf Seiten des Bischofs. Doch er wollte sich von dieser kriegerischen Auseinandersetzung
um Münster (1121 wurde die Stadt belagert und zerstört) zurückziehen
und seine Burg in ein Kloster umwandeln. 1121 traf er zusammen mit seinem Bruder
Otto den hl. Norbert: Gottfried war vom apostolischen Leben begeistert, das
Norbert durch sein Wort und Leben bezeugte. Anfänglich waren Gottfrieds
Bruder Otto und seine Gemahlin gegen dieses Vorhaben; doch den größten
Widerstand erfuhr er von Seiten seines Schwiegervaters, des Grafen von Arnsberg.
Bei der Versammlung von Utrecht schloss sich Graf Friedrich von Schwaben Gottfried
an, der ihm zwei Burgen verkaufte. Am 31. Mai 1122 konnte er die Burg Cappenberg
an Norbert übergeben, und der Bischof von Münster segnete das Kloster
am 15. August desselben Jahres. So kam es zur ersten Niederlassung des Prämonstratenser-Ordens
in Deutschland. Weitere Propsteien entstanden auf Gottfrieds Gütern in
Varlar und Ilbenstadt. Die beiden Brüder konnten jedoch erst 1124 in „ihr
Kloster“ eintreten, denn sie mussten zunächst noch Verteidigungspflichten
nachkommen und im Falle Gottfrieds die Zustimmung seiner Frau Jutta erhalten,
die ihrerseits später in das Chorfrauen-Stift Niederkloster in Cappenberg
eintrat. Der Kanoniker Gottfried blieb anfänglich in Cappenberg, wo er
ein Krankenhaus für Arme errichtete; in großer Demut diente er den
Niedrigsten.
1125 schließlich rief Norbert die beiden Brüder nach Prémontré.
Ihrem Meister gehorsam, gingen sie dorthin und wurden zu Akolythen geweiht.
Als Norbert zum Erzbischof von Magdeburg ernannt wurde, rief er Gottfried 1126
zu sich. Dies bedeutete für jenen eine große Prüfung, denn er
konnte sich nicht an das Leben im bischöflichen Palais gewöhnen und
erkrankte. Im selben Jahr noch ging er mit Genehmigung Norberts in das oberhessische
Ilbenstadt, wo er wenige Tage nach seiner Ankunft am 13. Januar 1127, kaum 30jährig,
verstarb. Gottfried war ein Mann der Gewaltlosigkeit, schon während der
Auseinandersetzung mit seinem Schwiegervater drückte er seinen Wunsch nach
dem Martyrium aus; besonders die letzten Monate seines Lebens sagte er mehrfach,
dass er den Tod herbeisehne.
Seine Reliquien wurden 1148 zwischen Ilbenstadt und Cappenberg aufgeteilt. 1614
genehmigte Papst Paul V. seinen Kult in Cappenberg, und Papst Benedikt XIII.
am 22. Januar/8. März 1728 für den ganzen Orden. Nach der traurigen
Zeit, die der Säkularisation folgte, förderte Emmanuel von Ketteler,
der Bischof von Mainz, im Jahre 1862 die Verehrung des hl. Gottfried von Cappenberg.