Viten der Heiligen und Seligen


Hl. Evermod (17. Februar)

Evermod stammte aus der belgischen Provinz Henegau und wurde kurz nach 1100 geboren. Nach einer Predigt des hl. Norbert in Cambrai schloss er sich diesem im Jahre 1120 in noch jugendlichem Alter an. Er wurde einer der treuesten Schüler Norberts, begleitete diesen vermutlich nach Antwerpen, später nach Magdeburg und blieb dessen Reisebegleiter bis zu seinem Tod. Vielleicht hat ihn der hl. Norbert zum Priester geweiht. Als Norbert das Kapitel Unserer Lieben Frau zu Magdeburg zu einer Gemeinschaft des Ordens umformte, war Evermod sicher mit dabei. 1131 gründete Norbert das Kloster Gottesgnaden, dessen erster Propst Emelricus war, der sich dann aber auf eine Pilgerfahrt ins Hl. Land machte. Evermod wurde Vize-Propst und Provisor. Er war der strengen Regel des Augustinus, dem „ordo monasterii“, verpflichtet, weshalb er zuweilen angegriffen wurde. Evermod arbeitete eng mit dem hl. Norbert bei der Reform des Klerus in Magdeburg und bei der Bekehrung der Wenden zusammen. Er stand Norbert auch in seiner Sterbestunde am 6. Juni 1134 bei. Von 1134 bis 1138 war Evermod Propst im sächsischen Stift Gottesgnaden. Von 1138 bis 1154, nachdem der erste Propst Wigger Bischof von Brandenburg geworden war, wurde Evermod Propst Unserer Lieben Frau in Magdeburg. Nach Norberts Tod hatte er dafür gesorgt, dass der Leichnam in Magdeburg beigesetzt wurde. Jetzt wählten ihn die Mitbrüder zum Propst. Von hier aus gründete er die Prämonstratenser-Klöster Havelberg, Jerichow, Quedlinburg und Pöhlde. Im Jahr 1154 wurde Evermod erster Bischof der wieder neu gegründeten Diözese Ratzeburg, die 1066 im Wendenaufstand völlig untergegangen war. Mit Hilfe einiger Mitbrüder, die er aus Magdeburg mitnahm, verwandelte er das gerade erst installierte Domkapitel in ein Prämonstratenser-Kapitel. Es war für ihn keine leichte Aufgabe, zwischen dem mächtigen Welfen Heinrich dem Löwen, damals noch Herzog von Bayern und Sachsen, von dem er politisch und finanziell abhängig war, und dessen Gegner Erzbischof Hartwig von Hamburg-Bremen zu stehen, der die Metropolitanrechte beanspruchte und zudem gegen die Leitung des Bistums durch Ordensangehörige war. So ließ sich Evermod wahrscheinlich am 13. Juli 1153 durch den Erzbischof Arnolf von Mainz weihen. Graf Heinrich hatte dem Bischof Insel und Burg geschenkt, auf dem Dom und Kloster entstanden. Wegen seiner erfolgreichen Missionstätigkeit unter den überwiegend heidnischen Wenden bis hinauf nach Norwegen wird er gelegentlich (sogar von Protestanten) „Apostel der Wenden“ und „Licht Sachsens“ genannt. Sein Bistum war vortrefflich organisiert, das Domkapitel bestand aus Mitbrüdern mit dem Bischof als Propst.
Evermod starb, alt und entkräftet, als Bischof von Ratzeburg am 17. Februar 1178. Sein Grab befindet sich im Presbyterium des romanischen Doms von Ratzeburg. Papst Benedikt XIII. bestätigte seinen Kult am 20. März/12. April 1728.
Weil Ratzeburg im Erzbistum Hamburg liegt, das 1995 gegründet wurde, schieden die drei hll. Bischöfe Evermod, Isfried und Ludolph aus dem Heiligenkalender des Bistums Osnabrück aus und gingen in den Heiligenkalender des Erzbistums Hamburg über.

Allmächtiger, ewiger Gott, du hast den hl. Bischof Evermod zum Gefährten des hl. Norbert und zu einem treuen Diener deines Hauses bestellt. Mache auch uns fähig, an unserer Berufung festzuhalten und deine Herrlichkeit zu verkünden. Durch Christus, unseren Herrn. Amen.